Survivors’ Netzwerk zu Gewalt im Namen der Ehre erfolgreich eingerichtet!

„Damals, als das alles angefangen hat, habe ich mich gefragt: Gibt es andere, denen es auch so geht? Wo sind sie, wieso sehe ich sie nicht?“ (Teilnehmerin)

Um dem Bedürfnis vieler Betroffener von Gewalt im Namen der Ehre Rechnung zu tragen, mit ihren Erfahrungen nicht alleine zu bleiben, haben wir im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 zwei Workshops veranstaltet. Eingeladen wurden Menschen, die bereits für das Jugendportal geschrieben haben oder Interesse daran äußerten, sich zukünftig mit ihren persönlichen Erfahrungen und Meinungen zu Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat einzubringen.

Ein alltägliches Problem von Betroffenen von Gewalt im Namen der Ehre ist, dass sie mit ihrer Biographie immer heimlich umgehen müssen. Jedes Anvertrauen muss sorgfältig abgewogen werden, um sich selbst oder andere nicht zu gefährden. Und auch wenn sie sich jemandem anvertrauen, ernten sie oft Entsetzen über ihre „unglaubliche“ Geschichte. Das Zusammentreffen mit Menschen, denen ähnliches passiert ist - in einem geschützten Raum – ermöglichte ihnen neue Erfahrungen:

„Ich hab mir zuerst gedacht, es wird mir bestimmt peinlich sein, war mir gar nicht sicher, wie ich das rüberbringen soll. Aber dadurch, dass wir alle eine ähnliche Geschichte haben, fühlt man sich sofort irgendwie verstanden. Dann kann man auch Informationen über sich preisgeben, die man in seiner neu geschaffenen Welt nicht preisgibt.“ (Teilnehmerin)

Allen Teilnehmenden ging es aber um weit mehr als einen persönlichen Erfahrungs-austausch. Sie wollen mitreden, mitgestalten und die gesellschaftliche Wahrnehmung und die Politik zu Gewalt im Namen der Ehre beeinflussen.

„Ich freue mich über diese Plattform. Uns einfach einen Raum zu geben, der für uns wichtig ist. Wo jede sich vorstellen kann, wie sie möchte, in ihrem Bereich, und jede von uns ihre Message geben kann.“ (Teilnehmerin)

Im Erfahrungsschatz aller Beteiligten wurden ein riesiges ExpertInnenwissen und kreative Fähigkeiten deutlich. Diese werden kontinuierlich in die konzeptionelle und beraterische Arbeit und in den Ausbau des Jugendportals von TERRE DES FEMMES einfließen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz herzlich für ihre wertvolle Arbeit und Unterstützung!

Wir bedanken uns auch bei der World Childhood Foundation, die das 1-jährige Projekt „Vernetzung und Betreuung der Bloggerinnen und Erstellung eines Forums für die Jugendplattform gegen Zwangsverheiratung“ finanziell gefördert hat.

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